Die Krankenkassenprämien gehören für Familien in der Schweiz zu den grössten regelmässigen Haushaltsausgaben. Doch gerade bei Kindern gibt es interessante Sparmöglichkeiten: günstigere Kinderprämien, Familienrabatte, spezielle Franchisen und staatliche Prämienverbilligungen. Wer die Angebote vergleicht, kann jedes Jahr mehrere Hundert Franken sparen.
Anders als viele vermuten, müssen Eltern und Kinder nicht bei derselben Krankenkasse versichert sein. Auch Geschwister können unterschiedliche Krankenkassen, Franchisen und Versicherungsmodelle wählen.
Welche Lösung für deine Familie am günstigsten ist, hängt vom Wohnort, vom Alter der Kinder, von den gewählten Versicherungsmodellen und von möglichen Familienrabatten ab.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du dein Baby richtig versicherst, welche Franchise für Kinder sinnvoll ist, wann sich eine Familienversicherung lohnt und wie du die Krankenkassenkosten für deinen Haushalt reduzieren kannst.
Das Wichtigste zur Krankenkasse für Familien
- Jedes Kind braucht eine eigene Grundversicherung. Es ist nicht automatisch über die Eltern mitversichert.
- Neugeborene müssen innerhalb von drei Monaten nach der Geburt angemeldet werden. Bei rechtzeitiger Anmeldung gilt der Versicherungsschutz rückwirkend ab Geburt.
- Kinder bezahlen grundsätzlich keine Franchise. Freiwillig sind Franchisen bis CHF 600 möglich.
- Der Selbstbehalt beträgt maximal CHF 350 pro Kind und Jahr. Bei mehreren Kindern derselben Krankenkasse gelten zusätzliche Begrenzungen.
- Familienmitglieder dürfen bei verschiedenen Krankenkassen versichert sein.
- Einige Krankenkassen gewähren Familienrabatte, insbesondere ab dem dritten Kind.
- Prämienverbilligungen können die Kosten erheblich reduzieren. Für berechtigte Familien mit unteren und mittleren Einkommen gelten besondere gesetzliche Vorgaben.
Wie viel kostet die Krankenkasse für Kinder 2027?
Die Krankenkassenprämien steigen auch 2027 weiter an.
Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) beträgt die durchschnittliche monatliche Prämie für Kinder im Jahr 2027 CHF 128.10. Das sind CHF 5.70 beziehungsweise 4,6 % mehr als im Vorjahr.
Für Erwachsene liegt die durchschnittliche Prämie bei CHF 487.60 pro Monat.
Die tatsächlichen Prämien können jedoch deutlich von diesen Durchschnittswerten abweichen.
Entscheidend sind insbesondere:
- Wohnort und Prämienregion
- Krankenkasse
- Alter der versicherten Person
- Gewählte Franchise
- Versicherungsmodell
- Allfällige Familienrabatte
Beispiel: Krankenkassenkosten einer vierköpfigen Familie
Nehmen wir eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern an.
| Familienmitglied | Beispielhafte Monatsprämie |
|---|---|
| Erwachsener 1 | CHF 450 |
| Erwachsener 2 | CHF 450 |
| Kind 1 | CHF 120 |
| Kind 2 | CHF 120 |
| Total pro Monat | CHF 1'140 |
| Total pro Jahr | CHF 13'680 |
Diese Beträge sind ein fiktives Rechenbeispiel und keine konkreten Angebote.
Die Tabelle zeigt aber, weshalb sich ein regelmässiger Prämienvergleich für Familien besonders lohnt.
Schon kleinere Einsparungen bei mehreren Familienmitgliedern können sich über ein Jahr zu einem beträchtlichen Betrag summieren.
Müssen Eltern und Kinder bei derselben Krankenkasse versichert sein?
Nein. In der Schweiz kann jedes Familienmitglied seine Grundversicherung grundsätzlich unabhängig von den anderen Familienmitgliedern wählen.
Es gibt keine gesetzliche Pflicht, die ganze Familie beim gleichen Versicherer anzumelden.
Du kannst beispielsweise bei einer Krankenkasse versichert sein, dein Partner bei einer anderen und eure Kinder bei einem dritten Anbieter.
Auch Geschwister dürfen bei unterschiedlichen Krankenkassen versichert sein.
Vorteile einer gemeinsamen Familienversicherung
Trotzdem kann es sinnvoll sein, mehrere Familienmitglieder bei derselben Krankenkasse zu versichern.
Mögliche Vorteile sind:
- Familienrabatte auf Kinderprämien
- Gemeinsame Verwaltung der Versicherungen
- Weniger unterschiedliche Ansprechpartner
- Einfachere Übersicht über Rechnungen und Policen
- Besondere Regeln bei der gemeinsamen Kostenbeteiligung mehrerer Kinder
Vorteile unterschiedlicher Krankenkassen
Wenn alle Familienmitglieder einzeln versichert werden, kannst du für jede Person gezielt nach der günstigsten passenden Grundversicherung suchen.
Das kann insbesondere dann interessant sein, wenn ein Versicherer besonders günstige Kinderprämien anbietet, während ein anderer bei Erwachsenen attraktiver ist.
Allerdings solltest du nicht nur die einzelnen Prämien vergleichen, sondern auch mögliche Familienrabatte und die Regeln zur gemeinsamen Kostenbeteiligung berücksichtigen.
Unser Tipp: Vergleiche die jährlichen Gesamtkosten für den gesamten Haushalt – einmal mit allen Kindern bei derselben Krankenkasse und einmal mit den jeweils günstigsten Einzelangeboten.
Gibt es Familienrabatte bei der Krankenkasse?
Ja. Einige Schweizer Krankenkassen bieten Familien mit mehreren Kindern zusätzliche Prämienrabatte an.
Diese gelten jedoch nicht automatisch bei jedem Versicherer.
Besonders häufig gibt es Vergünstigungen für das dritte und jedes weitere Kind.
Andere Versicherer gewähren Rabatte auf bestimmte Zusatzversicherungen oder verlangen, dass mehrere Familienmitglieder in derselben Familienpolice geführt werden.
Wann lohnt sich ein Familienrabatt?
Angenommen, eine Krankenkasse verlangt für jedes Kind CHF 120 pro Monat und bietet ab dem dritten Kind einen Rabatt von 50 % auf dessen Grundversicherungsprämie.
| Kind | Ohne Rabatt | Mit Familienrabatt |
|---|---|---|
| Erstes Kind | CHF 120 | CHF 120 |
| Zweites Kind | CHF 120 | CHF 120 |
| Drittes Kind | CHF 120 | CHF 60 |
| Total pro Monat | CHF 360 | CHF 300 |
Die Familie spart in diesem fiktiven Beispiel CHF 720 pro Jahr.
Allerdings kann eine andere Krankenkasse auch ohne Familienrabatt insgesamt günstiger sein.
Deshalb ist ein Rabatt allein kein ausreichendes Entscheidungskriterium.
Wichtig: Prüfe immer die Bedingungen des Familienrabatts. Teilweise müssen alle Kinder bei derselben Krankenkasse versichert sein, im gleichen Haushalt leben oder zusätzliche Voraussetzungen erfüllen.
Welche Franchise ist für Kinder sinnvoll?
Bei Kindern gelten andere Regeln als bei Erwachsenen.
Während Erwachsene in der Grundversicherung eine ordentliche Franchise von CHF 300 haben, beträgt die ordentliche Franchise für Kinder CHF 0.
Eltern können freiwillig eine höhere Franchise wählen, um die Monatsprämie zu reduzieren.
Kinderfranchisen im Überblick
| Franchise | Maximaler jährlicher Prämienrabatt |
|---|---|
| CHF 0 | CHF 0 |
| CHF 100 | CHF 70 |
| CHF 200 | CHF 140 |
| CHF 300 | CHF 210 |
| CHF 400 | CHF 280 |
| CHF 500 | CHF 350 |
| CHF 600 | CHF 420 |
Die Beträge zeigen die gesetzlich zulässigen Höchstrabatte gegenüber der ordentlichen Franchise von CHF 0. Nicht alle Krankenkassen bieten sämtliche Stufen an, und der tatsächliche Rabatt kann tiefer ausfallen.
Wann lohnt sich die Franchise CHF 0?
Die Franchise CHF 0 ist besonders interessant, wenn ein Kind regelmässig ärztliche Behandlungen benötigt.
Das kann beispielsweise bei chronischen Erkrankungen, häufigen Arztbesuchen oder längerfristigen Therapien der Fall sein.
Da keine Franchise anfällt, werden gedeckte Gesundheitskosten grundsätzlich von Anfang an unter Berücksichtigung des Selbstbehalts übernommen.
Wann kann sich die Franchise CHF 600 lohnen?
Eine höhere Franchise kann sich rechnen, wenn dein Kind selten medizinische Leistungen benötigt und die jährliche Prämienersparnis genügend hoch ist.
Allerdings musst du bei einem unerwarteten Arzt- oder Spitalbesuch zunächst die gewählte Franchise selbst bezahlen.
Rechenbeispiel: Franchise 0 oder 600?
Angenommen, dieselbe Krankenkasse bietet folgende Prämien an:
| Franchise 0 | Franchise 600 | |
|---|---|---|
| Monatsprämie | CHF 120 | CHF 90 |
| Jahresprämie | CHF 1'440 | CHF 1'080 |
| Jährliche Prämienersparnis | – | CHF 360 |
Bei Gesundheitskosten von CHF 0 pro Jahr sparst du mit der hohen Franchise CHF 360.
Entstehen dagegen CHF 1'000 an gedeckten Behandlungskosten, sieht die Rechnung anders aus:
| Franchise 0 | Franchise 600 | |
|---|---|---|
| Jahresprämie | CHF 1'440 | CHF 1'080 |
| Franchise | CHF 0 | CHF 600 |
| Selbstbehalt | CHF 100 | CHF 40 |
| Gesamtkosten | CHF 1'540 | CHF 1'720 |
In diesem Beispiel ist die Franchise CHF 0 trotz höherer Monatsprämie um CHF 180 günstiger.
Fazit: Eine höhere Kinderfranchise kann Geld sparen, ist aber nicht automatisch die bessere Wahl. Entscheidend sind die tatsächliche Prämienersparnis und die erwarteten Gesundheitskosten.
Weiterführender Ratgeber: Welche Franchise ist die richtige? CHF 300 oder 2'500?
Wie hoch ist der Selbstbehalt bei Kindern?
Auch wenn du für dein Kind die Franchise CHF 0 wählst, können Kostenbeteiligungen entstehen.
Bei Kindern beträgt der gewöhnliche Selbstbehalt 10 % der gedeckten Gesundheitskosten oberhalb der Franchise.
Der Selbstbehalt ist grundsätzlich auf CHF 350 pro Kind und Kalenderjahr begrenzt.
Bei einer Franchise von CHF 0 beträgt die reguläre maximale Kostenbeteiligung somit CHF 350 pro Kind.
Bei einer freiwilligen Franchise von CHF 600 können es CHF 950 sein.
Besondere Regelung für Familien mit mehreren Kindern
Sind mehrere Kinder einer Familie beim gleichen Krankenversicherer versichert, gilt eine gesetzliche Begrenzung der gemeinsamen Kostenbeteiligung.
Bei der ordentlichen Franchise von CHF 0 ergibt sich für eine Familie grundsätzlich folgende Obergrenze:
| Anzahl Kinder beim gleichen Versicherer | Maximale reguläre Kostenbeteiligung |
|---|---|
| 1 Kind | CHF 350 |
| 2 Kinder | CHF 700 |
| 3 oder mehr Kinder | CHF 1'000 |
Bei freiwillig höheren Kinderfranchisen gelten besondere Berechnungsregeln.
Diese Familienregelung kann ein Argument dafür sein, mehrere Kinder beim gleichen Versicherer zu versichern.
Gut zu wissen: Kinder und Jugendliche müssen keinen zusätzlichen täglichen Spitalbeitrag von CHF 15 bezahlen, wie er bei Erwachsenen unter bestimmten Voraussetzungen anfällt.
Baby bei der Krankenkasse anmelden: Was müssen Eltern beachten?
Mit der Geburt eines Kindes entsteht auch die Pflicht, das Baby bei einer Krankenkasse zu versichern.
In der Schweiz ist ein Neugeborenes nicht automatisch über die Krankenversicherung seiner Mutter oder seines Vaters mitversichert.
Jedes Kind benötigt eine eigene Grundversicherung.
Wann muss ich mein Neugeborenes anmelden?
Du hast grundsätzlich drei Monate ab der Geburt Zeit, dein Kind bei einer Krankenkasse anzumelden.
Erfolgt die Anmeldung innerhalb dieser Frist, beginnt der Versicherungsschutz rückwirkend mit dem Geburtstag des Kindes.
Auch die Prämien sind rückwirkend ab der Geburt geschuldet.
Wird ein Kind beispielsweise am 20. Mai geboren, muss für den Geburtsmonat nur der entsprechende anteilige Prämienbetrag bezahlt werden.
Kann ich mein Baby bereits vor der Geburt versichern?
Ja. Viele Schweizer Krankenkassen bieten eine vorgeburtliche Anmeldung an.
Das ist besonders praktisch, weil du bereits vor der Geburt die gewünschte Grundversicherung auswählen kannst.
Nach der Geburt müssen in der Regel nur noch das Geburtsdatum und der Name des Kindes bestätigt werden.
Was passiert bei einer verspäteten Anmeldung?
Wenn du dein Kind nicht innerhalb von drei Monaten anmeldest, kann der Versicherungsschutz erst mit dem tatsächlichen Beitritt beginnen.
Bei einer nicht entschuldbaren Verspätung kann zudem ein Prämienzuschlag anfallen.
Deshalb empfiehlt es sich, die Krankenversicherung bereits während der Schwangerschaft zu organisieren.
Welche Zusatzversicherungen sind für Kinder sinnvoll?
Die obligatorische Grundversicherung deckt bereits viele medizinisch notwendige Leistungen für Kinder ab.
Trotzdem gibt es Bereiche, in denen eine freiwillige Zusatzversicherung zusätzliche Kosten übernehmen kann.
Besonders häufig interessieren sich Eltern für Zahnversicherungen, Brillenbeiträge und zusätzliche Spitalleistungen.
Zahnversicherung und Zahnspangen für Kinder
Gewöhnliche Zahnbehandlungen sind in der Schweizer Grundversicherung grundsätzlich nicht enthalten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Regelmässige Zahnkontrollen
- Professionelle Zahnreinigungen
- Gewöhnliche Kariesbehandlungen
- Zahnspangen und kieferorthopädische Behandlungen
Es bestehen gesetzlich geregelte Ausnahmen, beispielsweise bei bestimmten schweren Erkrankungen oder Zahnunfällen.
Gerade kieferorthopädische Behandlungen können jedoch hohe Kosten verursachen.
Eine passende Zahnzusatzversicherung kann deshalb für Familien interessant sein.
Wichtig: Zusatzversicherer dürfen Gesundheitsprüfungen durchführen und Anträge unter Umständen ablehnen. Zudem gibt es je nach Produkt Wartefristen, Deckungsgrenzen und Einschränkungen.
Prüfe deshalb frühzeitig, welche Leistungen eine Zahnversicherung tatsächlich übernimmt.
Brillen und Kontaktlinsen
Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Altersjahr sieht die Grundversicherung unter den gesetzlichen Voraussetzungen einen jährlichen Beitrag von CHF 180 für ärztlich verordnete Brillengläser oder Kontaktlinsen vor.
Bei bestimmten medizinischen Erkrankungen können zusätzliche Leistungen übernommen werden.
Eine Zusatzversicherung kann darüber hinaus weitere Beiträge an Sehhilfen anbieten.
Spitalzusatzversicherung für Kinder
Die obligatorische Grundversicherung übernimmt die gesetzlich vorgesehenen medizinisch notwendigen Spitalbehandlungen.
Eine Spitalzusatzversicherung kann je nach Vertrag beispielsweise zusätzliche Wahlmöglichkeiten, Komfortleistungen oder eine erweiterte Spitaldeckung bieten.
Ob sich diese Zusatzversicherung lohnt, hängt von den persönlichen Bedürfnissen der Familie und vom tatsächlichen Leistungsumfang ab.
Zusatzversicherung bereits vor der Geburt abschliessen?
Bei der Grundversicherung besteht eine gesetzliche Aufnahmepflicht.
Bei Zusatzversicherungen ist das anders: Versicherer dürfen Gesundheitsprüfungen verlangen und können bestimmte Anträge ablehnen.
Einige Krankenkassen bieten deshalb die Möglichkeit, ausgewählte Zusatzversicherungen bereits vor der Geburt ohne Gesundheitsprüfung abzuschliessen.
Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich jedoch erheblich.
Eltern sollten sich frühzeitig informieren und insbesondere prüfen, ob der Versicherungsschutz bei angeborenen Erkrankungen eingeschränkt werden kann.
Weiterführender Ratgeber: Grundversicherung und Zusatzversicherung: Was ist der Unterschied?
Sind Kinder automatisch gegen Unfälle versichert?
Die Unfallversicherung der Eltern über den Arbeitgeber deckt deren Kinder nicht automatisch mit ab.
Deshalb benötigen Kinder normalerweise eine eigene Unfalldeckung in ihrer obligatorischen Grundversicherung.
Diese deckt unter den gesetzlichen Voraussetzungen medizinische Behandlungen nach Unfällen ab, beispielsweise bei Verletzungen auf dem Spielplatz, beim Sport oder im Haushalt.
Eine gewöhnliche Schulunfallversicherung ersetzt nicht automatisch die obligatorische Unfalldeckung der Krankenkasse.
Für Kinder sollte die Unfalldeckung deshalb normalerweise eingeschlossen bleiben, sofern keine andere gesetzlich ausreichende Versicherungsdeckung besteht.
Prämienverbilligung für Kinder und Familien
Für Familien mit unteren oder mittleren Einkommen ist die individuelle Prämienverbilligung (IPV) eine der wichtigsten Möglichkeiten, Krankenkassenkosten zu reduzieren.
Bund und Kantone beteiligen sich unter bestimmten Voraussetzungen an den Prämien der obligatorischen Grundversicherung.
Wie hoch ist die Prämienverbilligung für Kinder?
Nach den bundesrechtlichen Vorgaben müssen die Kantone für Familien mit unteren und mittleren Einkommen die Krankenkassenprämien von Kindern um mindestens 80 % verbilligen.
Für junge Erwachsene in Ausbildung beträgt die vorgeschriebene Mindestverbilligung 50 %.
Dabei handelt es sich nicht um einen pauschalen Rabatt für sämtliche Familien.
Ob eine Familie Anspruch hat und wie hoch die konkrete Entlastung ausfällt, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Regelungen des Wohnkantons.
Auch die massgebende Prämie für die Berechnung muss nicht der tatsächlich gewählten Versicherungsprämie entsprechen.
Wer hat Anspruch auf Prämienverbilligung?
Die Kantone berücksichtigen je nach Regelung insbesondere:
- Einkommen
- Vermögen
- Familiengrösse
- Anzahl Kinder
- Ausbildungssituation
- Wirtschaftliche Verhältnisse des Haushalts
In einigen Kantonen wird der Anspruch automatisch geprüft. In anderen muss ein Antrag gestellt werden.
Auch die Fristen unterscheiden sich.
Beispiel: Entlastung einer Familie
Angenommen, eine Familie erhält gemäss kantonaler Berechnung eine Prämienverbilligung von CHF 100 pro Monat und Kind.
Bei zwei Kindern ergibt das eine Entlastung von CHF 200 pro Monat beziehungsweise CHF 2'400 pro Jahr.
Dieses Beispiel ist fiktiv. Die tatsächliche Höhe hängt vom Wohnkanton und den persönlichen Verhältnissen ab.
Unser Tipp: Prüfe deinen Anspruch auf Prämienverbilligung auch dann, wenn du bisher keine Unterstützung erhalten hast. Veränderungen beim Einkommen oder in der Familienzusammensetzung können den Anspruch beeinflussen.
Weiterführender Ratgeber: Prämienverbilligung
Welches Krankenkassenmodell eignet sich für Kinder?
Neben der Franchise und dem Versicherer beeinflusst auch das Versicherungsmodell die Prämie.
Grundsätzlich stehen – abhängig vom Angebot der Krankenkasse – verschiedene Formen der Grundversicherung zur Verfügung.
Standardmodell mit freier Arztwahl
Beim Standardmodell kannst du für dein Kind grundsätzlich frei wählen, welche zugelassenen Ärztinnen und Ärzte du aufsuchst.
Das bietet besonders viel Flexibilität, ist aber häufig teurer.
Hausarztmodell
Beim Hausarztmodell wählst du eine bestimmte Arztpraxis als erste Anlaufstelle.
Für Kinder kann dies beispielsweise die bisherige Kinderarztpraxis sein, sofern sie im entsprechenden Versicherungsmodell anerkannt ist.
Prüfe unbedingt vor dem Abschluss, ob der bisherige Kinderarzt teilnehmen kann.
HMO-Modell
Bei einem HMO-Modell erfolgt die Betreuung über eine bestimmte Praxis oder ein Ärztenetz.
Das Modell kann interessant sein, wenn eine passende Kinderarztpraxis oder ein geeignetes Ärztezentrum in der Nähe liegt.
Telmed-Modell
Bei einem Telmed-Modell ist normalerweise eine telefonische oder digitale Erstberatung vorgeschrieben.
Manche Angebote sehen für Kinder besondere Regeln und Ausnahmen vor.
Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer.
Neue Modellkategorien ab 2027
Seit dem Prämienjahr 2027 werden alternative Modelle im offiziellen Prämienvergleich des Bundes neu in vier Kategorien eingeteilt: PRAXIS, TEL_DIG, PHARM und FLEX.
Die Auswahl der tatsächlich verfügbaren Modelle hängt weiterhin vom Versicherer ab.
Für Familien zählt vor allem: Die Betreuung durch eine vertraute Kinderarztpraxis sollte sich problemlos mit den Regeln des gewählten Modells vereinbaren lassen.
Weiterführender Ratgeber: HMO, Hausarzt, Telmed oder Standardmodell: Was sind die Unterschiede?
So können Familien ihre Krankenkassenprämien senken
Bei einer Familie mit mehreren versicherten Personen lohnt es sich, verschiedene Sparmöglichkeiten miteinander zu kombinieren.
1. Für jedes Familienmitglied die Prämien vergleichen
Die günstigste Krankenkasse für Erwachsene muss nicht die günstigste für Kinder sein.
Vergleiche die Prämien deshalb für alle Familienmitglieder einzeln und berechne anschliessend die gesamten Haushaltskosten.
2. Familienrabatte berücksichtigen
Besonders ab dem dritten Kind können Familienrabatte relevant sein.
Ein günstiger Einzelpreis bedeutet nicht zwingend, dass auch die gesamte Familienprämie am tiefsten ist.
3. Passende Franchisen wählen
Bei Erwachsenen können höhere Franchisen zu erheblichen Prämienersparnissen führen.
Bei Kindern ist dagegen die Franchise CHF 0 häufig interessant, wenn regelmässige medizinische Kosten anfallen.
Prüfe für jede Person die Gesamtkosten aus Prämie, Franchise und Selbstbehalt.
4. Versicherungsmodelle vergleichen
Ein Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell kann gegenüber dem Standardmodell günstiger sein.
Achte darauf, dass die Vorgaben zum Familienalltag und zur bisherigen ärztlichen Betreuung passen.
5. Prämienverbilligung prüfen
Gerade bei mehreren Kindern kann die kantonale Prämienverbilligung eine erhebliche Entlastung bringen.
Informiere dich rechtzeitig über die Anspruchsvoraussetzungen und Anmeldefristen deines Kantons.
6. Zusatzversicherungen überprüfen
Nicht jede Zusatzversicherung ist für jedes Familienmitglied notwendig.
Prüfe die Leistungen und Kosten regelmässig, kündige bestehende Zusatzversicherungen aber nicht voreilig. Ein späterer Neuabschluss kann mit einer Gesundheitsprüfung verbunden sein.
7. Jedes Jahr neu vergleichen
Die Krankenkassenprämien ändern sich jährlich. Auch Familienrabatte, Versicherungsangebote und die Bedürfnisse deiner Kinder können sich verändern.
Ein jährlicher Vergleich hilft dir, unnötige Mehrkosten zu vermeiden.
Wie viel kann eine Familie durch einen Krankenkassenwechsel sparen?
Nehmen wir eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern.
Durch einen Vergleich findet sie günstigere Grundversicherungen, die zu ihren Bedürfnissen passen.
| Familienmitglied | Bisher pro Monat | Neu pro Monat | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Erwachsener 1 | CHF 480 | CHF 430 | CHF 50 |
| Erwachsener 2 | CHF 460 | CHF 410 | CHF 50 |
| Kind 1 | CHF 140 | CHF 120 | CHF 20 |
| Kind 2 | CHF 140 | CHF 120 | CHF 20 |
| Total | CHF 1'220 | CHF 1'080 | CHF 140 |
Die Familie spart in diesem fiktiven Beispiel CHF 1'680 pro Jahr.
Dabei bleibt der gesetzlich vorgeschriebene Leistungsumfang der Grundversicherung grundsätzlich unverändert.
Wichtig ist, dass die verglichenen Versicherungsmodelle, Franchisen und weitere Bedingungen auch tatsächlich zu den Bedürfnissen der Familienmitglieder passen.
Weiterführender Ratgeber: Krankenkasse wechseln 2027: Fristen, Kündigung und Vorgehen
Was ändert sich bei der Krankenkasse, wenn mein Kind 18 wird?
Mit dem Übergang ins Erwachsenenalter ändern sich wichtige Regeln der Krankenversicherung.
Kinder wechseln in die Altersgruppe der jungen Erwachsenen. Die Prämien können dadurch deutlich steigen.
Zudem gelten für Erwachsene andere Franchise- und Selbstbehaltsregeln.
Die ordentliche Franchise beträgt dann CHF 300 statt CHF 0, und der maximale gewöhnliche Selbstbehalt steigt auf CHF 700.
Für junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren bieten die Krankenkassen häufig eigene Prämientarife an.
Prämienverbilligung während der Ausbildung
Junge Erwachsene in Ausbildung können unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin von einer erhöhten Prämienverbilligung profitieren.
Die Kantone müssen für berechtigte Familien mit unteren und mittleren Einkommen die Prämien junger Erwachsener in Ausbildung um mindestens 50 % verbilligen.
Die konkreten Anspruchsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Wohnkanton.
Tipp: Prüfe die Versicherung deines Kindes frühzeitig, bevor es in eine neue Altersgruppe wechselt. Ein anderer Versicherer oder ein angepasstes Versicherungsmodell kann die höheren Prämien möglicherweise teilweise ausgleichen.
Krankenkassenprämien für die ganze Familie vergleichen
Da jedes Familienmitglied individuell versichert wird, solltest du beim Vergleich die Prämien für alle Personen deines Haushalts berücksichtigen.
Besonders wichtig sind dabei das Alter der Kinder, die verfügbaren Versicherungsmodelle, mögliche Familienrabatte und die gewünschte Franchise.
Ein guter Vergleich zeigt nicht nur die günstigste Monatsprämie für eine einzelne Person, sondern hilft auch dabei, die gesamten jährlichen Haushaltskosten zu beurteilen.
Jetzt Krankenkassenprämien vergleichen: Auf K-Check kannst du die Grundversicherungsprämien für deinen Wohnort vergleichen und günstige Angebote für Erwachsene und Kinder finden.
Häufige Fragen zur Krankenkasse für Kinder und Familien
Ist die Krankenkasse für Kinder in der Schweiz obligatorisch?
Ja. Jedes Kind benötigt grundsätzlich eine eigene obligatorische Grundversicherung. Kinder sind nicht automatisch über die Krankenversicherung der Eltern mitversichert.
Bis wann muss ich mein Baby bei der Krankenkasse anmelden?
Innerhalb von drei Monaten nach der Geburt. Bei rechtzeitiger Anmeldung beginnt der Versicherungsschutz rückwirkend mit dem Geburtsdatum.
Müssen Kinder bei derselben Krankenkasse versichert sein wie ihre Eltern?
Nein. Eltern und Kinder können unterschiedliche Krankenkassen wählen. Auch Geschwister dürfen bei verschiedenen Anbietern versichert sein.
Welche Franchise ist für Kinder am günstigsten?
Das hängt von der Prämienersparnis und den erwarteten Gesundheitskosten ab. Bei regelmässigen Behandlungen kann die Franchise CHF 0 günstiger sein. Bei sehr niedrigen Gesundheitskosten kann sich eine höhere Franchise lohnen.
Wie hoch ist der maximale Selbstbehalt für Kinder?
Der gewöhnliche Selbstbehalt beträgt maximal CHF 350 pro Kind und Jahr. Bei mehreren Kindern derselben Krankenkasse gelten besondere Familienregelungen.
Gibt es eine kostenlose Krankenkasse für Kinder?
Die obligatorische Grundversicherung ist grundsätzlich auch für Kinder prämienpflichtig. Durch kantonale Prämienverbilligungen können die tatsächlich zu tragenden Kosten jedoch stark reduziert werden.
Gibt es Familienrabatte bei der Grundversicherung?
Ja, einige Versicherer bieten Familienrabatte an, häufig ab dem dritten Kind. Höhe und Voraussetzungen unterscheiden sich zwischen den Krankenkassen.
Bezahlt die Grundversicherung eine Zahnspange für Kinder?
Gewöhnliche kieferorthopädische Behandlungen werden grundsätzlich nicht übernommen. Gesetzlich geregelte Ausnahmen bestehen bei bestimmten schweren Erkrankungen oder weiteren besonderen medizinischen Voraussetzungen.
Sind Kinder über die Unfallversicherung der Eltern geschützt?
Nein. Die obligatorische Unfallversicherung des Arbeitgebers gilt nicht automatisch für Kinder. Deshalb benötigen sie normalerweise eine eigene Unfalldeckung über ihre Grundversicherung.
Brauchen Kinder eine Zusatzversicherung?
Nicht zwingend. Die Grundversicherung bietet bereits eine umfassende gesetzlich geregelte medizinische Versorgung. Eine Zusatzversicherung kann zusätzliche Leistungen wie Zahnbehandlungen oder erweiterte Spitalleistungen abdecken.
Welche Krankenkasse ist für eine Familie am günstigsten?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Die günstigste Kombination hängt vom Wohnort, den Altersgruppen, den Franchisen, den Versicherungsmodellen und möglichen Familienrabatten ab.
Kann ich nur die Krankenkasse meines Kindes wechseln?
Ja. Da jedes Familienmitglied einzeln versichert ist, kannst du die Grundversicherung eines Kindes wechseln, ohne gleichzeitig die Versicherung der Eltern oder Geschwister zu ändern.
Fazit: Familien sollten die Krankenkassen individuell vergleichen
Bei der Krankenkasse für Kinder und Familien gibt es keine Lösung, die für alle Haushalte gleich günstig ist.
Kinder profitieren von tieferen Prämien und besonderen Regeln bei Franchise und Selbstbehalt. Zusätzlich können Familienrabatte und kantonale Prämienverbilligungen die Haushaltskosten deutlich reduzieren.
Da Familienmitglieder nicht beim gleichen Versicherer versichert sein müssen, lohnt sich ein individueller Vergleich.
Gleichzeitig solltest du bei mehreren Kindern mögliche Familienrabatte und die gesetzliche Begrenzung der gemeinsamen Kostenbeteiligung berücksichtigen.
Unser Tipp: Vergleiche die Grundversicherung jedes Jahr für alle Familienmitglieder und betrachte die gesamten jährlichen Kosten statt nur einzelne Monatsprämien.
Auf K-Check findest du die aktuellen Krankenkassenprämien für deinen Wohnort und kannst prüfen, wo für deine Familie Sparpotenzial besteht.