HMO, Hausarzt, Telmed oder Standardmodell: Was sind die Unterschiede?

Mit dem richtigen Krankenkassenmodell kannst du jedes Jahr mehrere Hundert Franken an Prämien sparen – ohne auf die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung zu verzichten. Doch welches Modell ist das richtige: HMO, Hausarzt, Telmed oder das Standardmodell mit freier Arztwahl?

Die verschiedenen Versicherungsmodelle unterscheiden sich vor allem darin, an wen du dich bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst wenden musst. Während du im Standardmodell deine Ärztin oder deinen Arzt grundsätzlich frei wählen kannst, verpflichtest du dich bei günstigeren Modellen zu bestimmten Abläufen.

Seit 2027 gibt es zudem eine neue offizielle Einteilung der Versicherungsmodelle in der Schweiz.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie die einzelnen Modelle funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und worauf du beim Krankenkassenvergleich achten solltest.

Krankenkassenmodelle im direkten Vergleich

Alle Modelle gehören zur obligatorischen Grundversicherung nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG). Die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen sind grundsätzlich identisch.

Unterschiedlich sind insbesondere die erste Anlaufstelle, die freie Arztwahl und die monatlichen Prämien.

ModellErste AnlaufstelleArztwahlPrämie
StandardFrei gewählte ArztpraxisGrundsätzlich freiMeist höher
HausarztGewählte HausarztpraxisÜber Hausarzt koordiniertMeist günstiger
HMOVorgegebene Praxis oder ÄrztezentrumÜber Ärztenetz koordiniertMeist günstiger
TelmedTelefonische oder digitale BeratungNach ErstberatungMeist günstiger

Wichtig: Welches alternative Modell die tiefste Prämie bietet, lässt sich nicht allgemein sagen. Die Angebote unterscheiden sich je nach Krankenkasse, Wohnort, Franchise und konkretem Tarif.

1. Standardmodell: Freie Arztwahl ohne zusätzliche Modellvorgaben

Das Standardmodell ist die klassische Form der Schweizer Grundversicherung. Es bietet dir die grösste Freiheit bei der Wahl deiner Ärztinnen und Ärzte.

Bei gesundheitlichen Beschwerden kannst du grundsätzlich direkt eine zugelassene Arztpraxis oder Fachperson deiner Wahl aufsuchen. Eine vorgängige Beratung durch eine bestimmte Hausarztpraxis oder ein Telemedizinzentrum ist nicht erforderlich.

Vorteile des Standardmodells

  • Grundsätzlich freie Wahl der zugelassenen Ärztinnen und Ärzte
  • Direkter Zugang zu Fachärzten ohne modellbedingte Überweisung
  • Keine obligatorische telefonische oder digitale Erstberatung
  • Besonders flexibel bei mehreren behandelnden Ärzten

Nachteile des Standardmodells

Der wichtigste Nachteil ist die Prämie. Weil du deine Arztwahl nicht zugunsten eines kostengünstigeren Versorgungsmodells einschränkst, erhältst du keinen entsprechenden Modellrabatt.

Das Standardmodell gehört deshalb häufig zu den teuersten Angeboten einer Krankenkasse.

Für wen eignet sich das Standardmodell?

Das Standardmodell kann sinnvoll sein, wenn du deine Ärzte selbst auswählen möchtest, regelmässig verschiedene Spezialisten aufsuchst oder dich nicht an die Vorgaben eines bestimmten Versorgungsmodells binden willst.

Es ist jedoch nicht automatisch die beste Wahl für Menschen mit hohen Gesundheitskosten. Auch alternative Modelle können eine umfassende Behandlung ermöglichen, sofern ihre Zugangsregeln eingehalten werden.

2. Hausarztmodell: Der Hausarzt als erste Anlaufstelle

Beim Hausarztmodell wählst du eine Hausarztpraxis aus dem Verzeichnis deiner Krankenkasse. Diese Praxis ist deine erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden.

Benötigst du eine spezialisierte Behandlung, organisiert deine Hausarztpraxis die Überweisung an eine geeignete Fachperson.

Die Idee dahinter: Eine zentrale Anlaufstelle koordiniert deine medizinische Betreuung und hilft, unnötige Doppeluntersuchungen und Behandlungen zu vermeiden.

Vorteile des Hausarztmodells

  • Persönliche Betreuung durch eine vertraute Arztpraxis
  • Koordination von Behandlungen und Überweisungen
  • In der Regel tiefere Prämien als im Standardmodell
  • Besonders praktisch bei längerfristiger ärztlicher Betreuung

Nachteile des Hausarztmodells

Die freie Arztwahl ist eingeschränkt. Du kannst nicht ohne Weiteres direkt zu jedem Spezialisten gehen, sondern musst normalerweise zuerst deine gewählte Hausarztpraxis kontaktieren.

Zudem muss deine Wunschpraxis am jeweiligen Versicherungsmodell teilnehmen.

Prüfe deshalb vor dem Abschluss, ob dein bisheriger Hausarzt im Verzeichnis der Krankenkasse aufgeführt ist. Ein Arzt kann bei einem Versicherer zugelassen sein, bei einem anderen Modell jedoch fehlen.

Für wen eignet sich das Hausarztmodell?

Das Hausarztmodell eignet sich besonders für Menschen, die bereits eine feste Hausarztpraxis haben und sich gerne dort betreuen lassen.

Auch für Familien oder Personen mit chronischen Erkrankungen kann die koordinierte Betreuung sinnvoll sein.

3. HMO-Modell: Behandlung über eine Gruppenpraxis oder ein Ärztenetz

HMO steht für Health Maintenance Organization. Beim HMO-Modell erfolgt die medizinische Grundversorgung über eine bestimmte Praxis, ein Gesundheitszentrum oder ein angeschlossenes Ärztenetz.

Bei gesundheitlichen Beschwerden wendest du dich zuerst an diese festgelegte Anlaufstelle.

Benötigst du einen Spezialisten, koordiniert das Ärztezentrum beziehungsweise die zuständige Praxis die weitere Behandlung.

Was ist der Unterschied zwischen HMO und Hausarzt?

Traditionell liegt der Unterschied in der Organisation der medizinischen Betreuung:

  • Beim Hausarztmodell steht eine gewählte Hausarztpraxis im Mittelpunkt.
  • Beim HMO-Modell erfolgt die Betreuung häufig innerhalb eines organisierten Ärztenetzes oder Gesundheitszentrums.

In der Praxis sind diese Unterschiede mittlerweile oft gering. Auch Hausarztmodelle arbeiten mit Ärztenetzen, während HMO-Modelle teilweise einzelne Partnerpraxen als erste Anlaufstelle vorsehen.

Deshalb werden beide Modellarten seit dem Prämienjahr 2027 im offiziellen Prämienvergleich des Bundes unter der gemeinsamen Kategorie PRAXIS geführt.

Vorteile des HMO-Modells

  • Koordinierte medizinische Versorgung
  • Teilweise mehrere Fachpersonen innerhalb eines Ärztezentrums
  • Meist günstigere Prämien als im Standardmodell
  • Zentrale Anlaufstelle für die weitere Behandlungsplanung

Nachteile des HMO-Modells

Die Wahl der behandelnden Praxis ist auf die teilnehmenden Ärztezentren oder Ärztenetze beschränkt.

Auch die Überweisung an Spezialisten erfolgt normalerweise über deine HMO-Anlaufstelle.

Je nach Wohnort kann das verfügbare Netzwerk klein sein. Besonders in ländlichen Regionen ist deshalb zu prüfen, ob eine geeignete Praxis gut erreichbar ist.

Für wen eignet sich das HMO-Modell?

Das HMO-Modell ist interessant, wenn du gerne in einem Ärztezentrum betreut wirst, eine koordinierte Versorgung schätzt und ein passendes Ärztenetz in deiner Nähe verfügbar ist.

4. Telmed-Modell: Zuerst telefonische oder digitale Beratung

Beim Telmed-Modell musst du vor einem gewöhnlichen Arztbesuch zunächst einen medizinischen Beratungsdienst kontaktieren.

Dieser Erstkontakt erfolgt je nach Versicherungsangebot telefonisch, per App oder über eine andere digitale Lösung.

Das medizinische Fachpersonal beurteilt dein Anliegen und empfiehlt die nächsten Schritte.

Bei einfachen Beschwerden kann bereits die telemedizinische Beratung ausreichen. Falls eine persönliche Untersuchung nötig ist, wirst du an eine geeignete Arztpraxis oder Fachperson weitergeleitet.

Vorteile des Telmed-Modells

  • Medizinische Erstberatung ohne Anreise
  • Je nach Anbieter rund um die Uhr verfügbar
  • Praktisch bei einfachen Gesundheitsfragen
  • Oft attraktive Prämien
  • Besonders geeignet für Personen, die digitale Dienstleistungen gerne nutzen

Nachteile des Telmed-Modells

Vor einem Arztbesuch musst du normalerweise den vorgeschriebenen Beratungsdienst kontaktieren.

Das kann bei wiederkehrenden Beschwerden oder regelmässigen Arztbesuchen umständlich sein.

Ausserdem unterscheiden sich die Telmed-Modelle: Bei manchen Anbietern genügt eine digitale Ersteinschätzung, während andere eine verbindliche telefonische Beratung oder bestimmte Freigaben verlangen.

Für wen eignet sich das Telmed-Modell?

Telmed kann besonders gut zu Menschen passen, die selten persönlich zum Arzt gehen, medizinische Fragen unkompliziert telefonisch klären möchten oder mit digitalen Angeboten vertraut sind.

Wenn du hingegen möglichst direkt deine vertraute Arztpraxis aufsuchen möchtest, könnte ein Hausarztmodell besser passen.

Neu seit 2027: PRAXIS, TEL_DIG, PHARM und FLEX

Mit den Krankenkassenprämien für 2027 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Kategorien für alternative Versicherungsmodelle im offiziellen Prämienrechner neu geordnet.

Die Änderung soll die zahlreichen Angebote der Schweizer Krankenkassen verständlicher und besser vergleichbar machen.

Die neuen Kategorien sind:

Kategorie 2027Bedeutung
PRAXISErste Anlaufstelle ist eine festgelegte Arztpraxis oder ein Ärztezentrum
TEL_DIGErste Anlaufstelle ist eine telefonische oder digitale Beratung
PHARMErste Anlaufstelle ist eine Partnerapotheke
FLEXAuswahl zwischen mehreren vorgegebenen ersten Anlaufstellen

PRAXIS: Hausarzt und HMO zusammengefasst

In der Kategorie PRAXIS werden die bisherigen Hausarzt- und HMO-Modelle zusammengefasst.

Du wendest dich bei Gesundheitsfragen zuerst an die vereinbarte Praxis oder das Ärztezentrum. Dort wird die weitere Behandlung koordiniert.

TEL_DIG: Telefonische und digitale Modelle

Die Kategorie TEL_DIG umfasst Modelle, bei denen die erste medizinische Kontaktaufnahme telefonisch oder digital erfolgt.

Dazu gehören klassische Telmed-Angebote sowie Modelle mit einer obligatorischen digitalen Erstberatung.

PHARM: Die Apotheke als erste Anlaufstelle

Bei Modellen der Kategorie PHARM konsultierst du bei gesundheitlichen Fragen zuerst eine Partnerapotheke der Krankenkasse.

Dort wird beurteilt, ob eine Beratung ausreicht oder eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

FLEX: Mehrere Anlaufstellen zur Auswahl

FLEX-Modelle kombinieren verschiedene Möglichkeiten für den Erstkontakt.

Je nach Angebot kannst du beispielsweise zwischen einer Hausarztpraxis, einem Telemedizinzentrum oder einer Partnerapotheke wählen.

Wichtig: FLEX bedeutet nicht freie Arztwahl wie im Standardmodell. Du kannst lediglich zwischen den im jeweiligen Versicherungsvertrag vorgesehenen ersten Anlaufstellen wählen.

Die neue Einteilung ändert nicht automatisch die Bedingungen deiner bestehenden Versicherung. Entscheidend bleiben die konkreten Regeln des gewählten Angebots.

Sind die Leistungen bei HMO, Hausarzt und Telmed schlechter?

Nein. In der obligatorischen Grundversicherung sind die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen grundsätzlich bei allen Krankenkassen und Versicherungsmodellen gleich.

Dazu gehören unter anderem medizinisch notwendige Arztbehandlungen, bestimmte Medikamente, gesetzlich gedeckte Spitalbehandlungen und weitere Pflichtleistungen.

Der entscheidende Unterschied liegt im Zugang zur medizinischen Versorgung – nicht im gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog.

Bei alternativen Modellen verpflichtest du dich allerdings, bestimmte Abläufe einzuhalten. Dazu können Vorgaben zur ersten Anlaufstelle, zur Überweisung an Spezialisten oder zur Medikamentenabgabe gehören.

Wer diese Bedingungen missachtet, muss je nach Vertrag mit finanziellen Konsequenzen rechnen.

Darf ich direkt zum Spezialisten gehen?

Das hängt vom gewählten Versicherungsmodell ab.

Im Standardmodell kannst du grundsätzlich direkt einen zugelassenen Spezialisten aufsuchen, sofern für die entsprechende Leistung keine anderweitige ärztliche Verordnung erforderlich ist.

Bei Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modellen ist normalerweise eine vorgängige Überweisung oder Freigabe erforderlich.

Ausnahmen bei Frauenarzt, Augenarzt und Notfällen

Viele Krankenkassen erlauben bestimmte direkte Arztbesuche ohne vorgängige Kontaktaufnahme.

Häufig betreffen solche Ausnahmen:

  • Gynäkologische Vorsorge und bestimmte Schwangerschaftsuntersuchungen
  • Bestimmte augenärztliche Untersuchungen
  • Medizinische Notfälle

Diese Ausnahmen gelten jedoch nicht bei jedem Versicherer und in jedem Modell gleich.

Gerade bei augenärztlichen Behandlungen kann beispielsweise zwischen einer gewöhnlichen Kontrolle und einer weitergehenden spezialisierten Behandlung unterschieden werden.

Prüfe deshalb die Modellbedingungen deiner Krankenkasse, bevor du direkt einen Spezialisten aufsuchst.

Was passiert bei einem medizinischen Notfall?

Bei einem echten medizinischen Notfall hat die notwendige Versorgung Vorrang. Du musst eine lebensnotwendige Behandlung nicht verzögern, um zuerst eine gewöhnliche Modellanlaufstelle zu kontaktieren.

Viele alternative Versicherungsmodelle verlangen jedoch, dass du einen Notfall nachträglich meldest.

Wie schnell diese Meldung erfolgen muss und welche Angaben notwendig sind, hängt vom Versicherer und vom Modell ab.

Informiere dich deshalb bereits vor einem Notfall über die entsprechenden Regeln und speichere die relevante Telefonnummer deiner Krankenkasse.

Was passiert, wenn ich die Regeln meines Krankenkassenmodells nicht einhalte?

Ein häufiger Fehler besteht darin, direkt zu einer spezialisierten Arztpraxis zu gehen, obwohl das gewählte Modell eine vorgängige Überweisung verlangt.

Je nach Versicherungsbedingungen kann dies finanzielle Folgen haben.

Die Krankenkasse kann beispielsweise eine zusätzliche Kostenbeteiligung verlangen oder andere vertraglich vorgesehene Massnahmen anwenden.

Die möglichen Konsequenzen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer.

Eine tiefere Prämie lohnt sich nur dann, wenn du die Regeln des gewählten Modells im Alltag auch einhalten kannst und möchtest.

Wie viel kann ich mit einem alternativen Versicherungsmodell sparen?

Bei einem alternativen Versicherungsmodell bezahlst du für die eingeschränkte Arztwahl häufig eine tiefere Monatsprämie.

Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt von deiner Krankenkasse, deinem Wohnort, deinem Alter, deiner Franchise und dem konkreten Modell ab.

Beispiel: CHF 60 Prämienersparnis im Monat

Angenommen, du erhältst folgende Angebote für dieselbe Franchise und Unfalldeckung:

StandardmodellAlternatives Modell
MonatsprämieCHF 450CHF 390
JahresprämieCHF 5'400CHF 4'680
Jährliche Ersparnis–CHF 720

Dieses fiktive Beispiel zeigt: Schon eine Differenz von CHF 60 pro Monat ergibt eine jährliche Ersparnis von CHF 720.

Bei einem Haushalt mit mehreren versicherten Personen kann die gesamte Prämienersparnis entsprechend höher sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell automatisch günstiger ist als jedes Standardmodell einer anderen Krankenkasse.

Deshalb solltest du die Angebote verschiedener Versicherer miteinander vergleichen.

Welches Krankenkassenmodell passt zu mir?

Die Wahl des richtigen Modells hängt vor allem davon ab, wie du medizinische Leistungen nutzen möchtest.

Du möchtest deinen Arzt selbst auswählen

Dann bietet dir das Standardmodell die grösste Freiheit. Dafür musst du normalerweise mit einer höheren Prämie rechnen.

Du hast bereits einen Hausarzt, dem du vertraust

Ein Hausarztmodell kann sinnvoll sein, wenn deine Praxis am gewünschten Modell teilnimmt und du dich dort ohnehin zuerst behandeln lässt.

Du möchtest eine koordinierte Betreuung im Ärztezentrum

Ein HMO-Modell kann zu dir passen, sofern ein geeignetes Ärztezentrum oder Ärztenetz in deiner Nähe verfügbar ist.

Du nutzt gerne digitale Dienstleistungen

Ein Telmed- beziehungsweise TEL_DIG-Modell kann interessant sein, wenn du medizinische Erstabklärungen unkompliziert telefonisch oder online durchführen möchtest.

Du möchtest verschiedene Anlaufstellen kombinieren

Ein FLEX-Modell kann eine passende Alternative sein, wenn du dich nicht ausschliesslich auf eine Hausarztpraxis oder ein Telemedizinzentrum festlegen möchtest.

Du benötigst regelmässig medizinische Behandlungen

Dann solltest du besonders auf die Überweisungsregeln, die Organisation deiner laufenden Behandlungen und die Erreichbarkeit der medizinischen Anlaufstellen achten.

Eine chronische Erkrankung schliesst ein günstigeres Versicherungsmodell nicht aus. Entscheidend ist, dass die gewählte Versorgungsstruktur zu deinen Bedürfnissen passt.

Krankenkassenmodell und Franchise: Was ist der Unterschied?

Das Versicherungsmodell und die Franchise sind zwei unterschiedliche Entscheidungen.

Das Versicherungsmodell bestimmt in erster Linie, wie du medizinische Leistungen in Anspruch nimmst und welche Anlaufstelle du zuerst kontaktieren musst.

Die Franchise bestimmt dagegen, welchen Betrag du pro Kalenderjahr zunächst selbst an gedeckte Gesundheitskosten bezahlst.

Für Erwachsene stehen Franchisen zwischen CHF 300 und CHF 2'500 zur Verfügung.

Du kannst grundsätzlich auch bei einem Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell eine hohe Franchise wählen und damit von zwei Sparmöglichkeiten profitieren.

Allerdings erhöht eine hohe Franchise deine mögliche finanzielle Kostenbeteiligung. Prüfe deshalb nicht nur die Monatsprämie, sondern auch deine erwarteten Gesundheitskosten.

Weiterführender Ratgeber: Welche Franchise ist die richtige? CHF 300 oder 2'500?

Kann ich mein Krankenkassenmodell wechseln?

Ja. In der Schweizer Grundversicherung kannst du das Versicherungsmodell wechseln.

Dabei ist zu unterscheiden, ob du lediglich bei deinem bisherigen Versicherer ein anderes Modell wählen oder gleichzeitig die Krankenkasse wechseln möchtest.

Modellwechsel bei derselben Krankenkasse

Wenn du bereits in einem alternativen Versicherungsmodell versichert bist, kannst du grundsätzlich auf den 1. Januar in ein anderes Modell wechseln.

Ein Wechsel vom Standardmodell in ein Modell mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer ist grundsätzlich auch während des Jahres möglich.

Für den konkreten Wechsel solltest du rechtzeitig bei deiner Krankenkasse nachfragen.

Wechsel zu einer anderen Krankenkasse

Möchtest du gleichzeitig die Krankenkasse wechseln, gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen der Grundversicherung.

Für einen Wechsel per 1. Januar 2027 muss deine Kündigung spätestens am 30. November 2026 bei der bisherigen Krankenkasse eintreffen.

Weiterführender Ratgeber: Krankenkasse wechseln 2027: Fristen, Kündigung und Vorgehen

Krankenkassenmodelle für 2027 vergleichen

Die Prämien unterscheiden sich nicht nur zwischen den Krankenkassen, sondern auch zwischen den angebotenen Versicherungsmodellen.

Deshalb lohnt es sich, vor dem Abschluss verschiedene Kombinationen aus Krankenkasse, Modell und Franchise zu prüfen.

Achte insbesondere auf die Höhe der Jahresprämie, deine bevorzugte Arztpraxis, die Verfügbarkeit von Ärztenetzen sowie die Vorgaben für Überweisungen und Erstberatungen.

Jetzt Krankenkassenprämien vergleichen: Auf K-Check kannst du die Krankenkassenprämien für deinen Wohnort vergleichen und passende Angebote für 2027 finden.

Häufige Fragen zu HMO, Hausarzt, Telmed und Standardmodell

Welches Krankenkassenmodell ist am günstigsten?

Es gibt kein Modell, das bei allen Krankenkassen und an allen Wohnorten am günstigsten ist. HMO-, Hausarzt- und Telmed-Modelle sind häufig günstiger als das Standardmodell desselben Versicherers. Entscheidend sind die tatsächlichen Prämienangebote für deinen Wohnort, dein Alter und deine Franchise.

Was ist der Unterschied zwischen HMO und Hausarzt?

Beim klassischen Hausarztmodell steht eine gewählte Hausarztpraxis im Mittelpunkt. HMO-Modelle nutzen häufig organisierte Ärztenetze oder Gesundheitszentren. Da sich diese Modelle zunehmend ähneln, werden sie seit dem Prämienjahr 2027 im offiziellen Prämienrechner unter der Kategorie PRAXIS zusammengefasst.

Muss ich beim Telmed-Modell vor jedem Arztbesuch anrufen?

Grundsätzlich musst du vor medizinischen Behandlungen die vorgesehene telefonische oder digitale Erstberatung nutzen. Ob dies für jede einzelne Konsultation erforderlich ist und welche Ausnahmen gelten, hängt von den Bedingungen deines Versicherungsmodells ab.

Kann ich meinen bisherigen Hausarzt im HMO-Modell behalten?

Das ist möglich, wenn deine bisherige Hausarztpraxis zum entsprechenden Ärztenetz gehört beziehungsweise als Anlaufstelle des Versicherungsmodells zugelassen ist. Prüfe dies vor einem Wechsel.

Kann ich mit dem Hausarztmodell direkt zum Frauenarzt gehen?

Viele Versicherer erlauben bestimmte gynäkologische Untersuchungen ohne vorgängige Überweisung. Die genauen Ausnahmen sind jedoch in den Versicherungsbedingungen geregelt.

Sind bei Telmed die gleichen Leistungen versichert wie im Standardmodell?

Ja. Die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der obligatorischen Grundversicherung sind grundsätzlich gleich. Unterschiede bestehen bei den Zugangsregeln und gegebenenfalls weiteren Modellvorgaben.

Was bedeuten PRAXIS, TEL_DIG, PHARM und FLEX?

Dies sind die seit dem Prämienjahr 2027 verwendeten offiziellen Kategorien für alternative Grundversicherungsmodelle. Sie unterscheiden sich darin, ob der Erstkontakt über eine Arztpraxis, eine digitale Beratung, eine Partnerapotheke oder mehrere auswählbare Anlaufstellen erfolgt.

Ist das Standardmodell mit freier Arztwahl immer besser?

Nein. Es bietet zwar mehr Freiheit bei der Arztwahl, ist aber häufig teurer. Wer die Regeln eines alternativen Modells problemlos einhalten kann, erhält die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung auch bei einer günstigeren Versicherungsform.

Fazit: Das richtige Modell verbindet tiefe Prämien mit passender Betreuung

HMO, Hausarzt, Telmed und Standardmodell bieten grundsätzlich dieselben gesetzlichen Leistungen der Schweizer Grundversicherung. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie du medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen kannst.

Das Standardmodell ermöglicht eine weitgehend freie Arztwahl. Beim Hausarztmodell steht deine gewählte Praxis im Mittelpunkt, während das HMO-Modell häufig auf Ärztenetze und Gesundheitszentren setzt. Telmed-Modelle verlangen eine telefonische oder digitale Erstberatung.

Mit den neuen Kategorien PRAXIS, TEL_DIG, PHARM und FLEX wird die Auswahl seit 2027 übersichtlicher.

Entscheidend ist nicht allein die günstigste Prämie. Wähle ein Modell, dessen Regeln zu deinem Alltag und deinen medizinischen Bedürfnissen passen.

Vergleiche auf K-Check die aktuellen Krankenkassenprämien und finde heraus, wie viel du mit einem passenden Versicherungsmodell sparen kannst.

Quellen

Zur Ratgeberübersicht